2022 - Vorgehen einer DVGW Baumusterprüfung

Im Geschäftsbereich Drainage und insbesondere im Geschäftsbereich Flow Control ergänzt auch Düker die eigenen engmaschigen Qualitätskontrollen durch die Fremdüberwachung von akkreditierten Prüfinstituten.

An Zertifikaten, Güte- und Prüfzeichen führt unabhängig von der Branche kein Weg mehr vorbei. Im Geschäftsbereich Drainage und insbesondere im Geschäftsbereich Flow Control ergänzt auch Düker die eigenen engmaschigen Qualitätskontrollen durch die Fremdüberwachung von akkreditierten Prüfinstituten. In letzterem Feld bietet der DVGW national und international  ein elementares Siegel für Qualität und Sicherheit. Das DVGW-Zertifikat beurkundet nicht nur Funktion und Gebrauchstauglichkeit nach dem Stand der Technik und den in den entsprechenden Normen geregelten Anwendungsbereich, sondern bei Trinkwasser auch die Einhaltung der Hygienekriterien des Umweltbundesamts im Herstellprozess. Der DVGW als Zertifizierer und die zwischengeschalteten Prüfinstitute arbeiten dabei unabhängig vom Hersteller und überprüfen die Produkte im Sinn des Endverbrauchers nach den Kriterien in der jeweiligen Prüfgrundlage.
Um ein DVGW-Zertifikat für ein Produkt zu erhalten, wird ein umfangreiches Erstaudit und eine Baumuster-, bzw. Typprüfung durchgeführt. Im Audit werden der Herstellprozess und die Arbeitsweise des Qualitätswesens beim Hersteller unter die Lupe genommen und hinterfragt. Eine Zertifizierung des Qualitätswesens nach ISO 9001 ist dabei nur eine Grundlage. Die Baumusterprüfung ist eine echte Härteprüfung für das fertige Produkt. Bei den Armaturen wie auch Formstücken im Bereich Flow Control sind Tests mit positivem und negativem Innendruck und Dauerprüfungen enthalten. Dazu kommen produktspezifische Prüfungen wie z.B. bei einem Hydranten die Dauer bis zur vollständigen Entleerung und das zurückbleibende Restwasser.
Wurden diese Hürden erfolgreich bewältigt erhält der Hersteller das DVGW-Zertifikat. Damit ist das Thema aber noch nicht abgeschlossen. Um die Zertifizierung aufrecht zu erhalten, werden regelmäßige Audits durchgeführt. Bei Änderungen, egal ob an der Konstruktion, dem Material oder dem Herstellprozess, müssen diese beim DVGW, bzw. dem Prüfinstitut gemeldet werden. In Abstimmung werden dann die nötigen Ergänzungsprüfungen festgelegt und durchgeführt. Eine Ergänzungsprüfung ist auch fällig, wenn sich die Prüfnorm ändert. Nach dem Ablauf von 5 Jahren kann das DVGW-Zertifikat über eine Dokumenten- / Nachweisprüfung um weitere 5 Jahre verlängert werden. 
Liegt die Erstprüfung aber bereits 15 Jahre zurück muss die Baumusterprüfung wiederholt werden. Etwaige Ergänzungsprüfungen werden dabei nicht berücksichtigt. Dies war bei den Düker-Schiebern der Typen 1004, 2004, 3004 und 4004 im Sommer 2020 im Bereich Trinkwasser und im Winter 2021 im Anwendungsgebiet der Gasverteilung der Fall. Beim Schieber wurden neben den Druckprüfungen auch Biegeprüfungen für die Gehäusefestigkeit durchgeführt. Die DIN EN 13774 sieht für die Gasverteilung darüber hinaus auch noch Prüfungen bei extremen Temperaturen vor. 
Der Prozess für die erneute Baumusterprüfung startet zunächst mit dem Antrag beim DVGW. Dort wird dem Vorgang ein Aktenzeichen zugeteilt, unter welchem die Kommunikation mit der Prüfstelle läuft und sämtliche Unterlagen abgelegt wird. Auch wenn der DVGW schwer an der Digitalisierung arbeitet, müssen für die Baumusterprüfung noch sämtliche Zeichnungen für alle Produktvarianten und Einzelnachweise für die eingesetzten Bauteile in Papierform und in dreifacher Ausfertigung eingereicht werden. Dreifach, weil am Ende jeder Beteiligte, also Hersteller, Prüfinstitut und Zertifizierer ein gestempeltes Exemplar erhält. 
Zu den Einzelnachweisen zählen Werkstoffzeugnisse für die Metalle, Hygienezertifikate und Datenblätter für Elastomere, Kunststoffe oder Arbeitsstoffe wie Fette (Schmiermittel) oder Klebstoffe. Dazu kommen noch untergeordnete Prüfberichte wie zum Beispiel bei Düker für die Verbindungen, die nicht bei jeder Armatur neu durchgeführt, sondern auch von den Formstücken anerkannt werden. Relativ aktuell war die zwischenzeitlich aufgrund von geänderten Prüfgrundlagen neu durchgeführte Prüfung für die bewährte PE-Verbindung, die Düker schon seit mehreren Jahrzehnten an den Schiebern einsetzt, aber auch Unterlagen für die fertige Armatur wie Datenblätter, Prospekte und die Betriebsanleitung.
In Abstimmung mit der Prüfstelle werden die Prüflinge unter Berücksichtigung der zugrunde liegenden Normen ausgewählt. Dabei gibt es repräsentative Nennweiten, deren Prüfung einen bestimmten Nennweitenbereich abdeckt, oder direkt die Vorgabe nach der größten, kleinsten und einer mittleren Nennweite. Diese Bestimmungen gelten aber nur für die Nennweiten mit ähnlichen oder  gleichen Konstruktionen. Im Fall von Düker muss Typ 1004 getrennt von den Typen 2004, 3004 und 4004 geprüft werden. Die anderen drei Typenbezeichnungen stehen nur für die Baulänge beim Flanschenschieber, bzw. für die Stahl-Einschweißenden in der Gasverteilung. Wenn Lagerbestand in den ausgewählten Armaturen vorhanden ist, werden bei Düker die Lagerarmaturen, die ansonsten auch an den Endkunden gehen, ohne Anpassungen an das Prüfinstitut weitergegeben.
Mit dem Versand von Unterlagen und Prüflingen ist die Arbeit für den Hersteller zunächst erledigt. Jetzt ist das Prüfinstitut mit der Durchführung der Prüfungen am Zug. Der Hersteller hält sich aber bereit für eventuelle Rückfragen oder zum Nachreichen noch fehlender Unterlagen. Mit dem erfolgreichen Abschluss der Baumusterprüfungen wird ein Baumusterprüfbericht als Zertifizierungsempfehlung erstellt und an Hersteller und DVGW gesendet. Der DVGW prüft die erhaltenen Unterlagen erneut und entscheidet über die Erteilung des neuen Zertifikats.