2026 - Abwasserhebeanlage für kritische Infrastruktur: STRATE ersetzt Anlage aus dem Jahr 1997 in einer Bundeswehrkaserne

Nach 29 Jahren Betrieb wurde die Abwasserhebeanlage einer Bundeswehrkaserne durch eine neue Anlage von STRATE ersetzt. Drei Niveaumessungen, Notstrom, Durchflussmessung und eine dritte Pumpe sichern den Betrieb der kritischen Infrastruktur ab.



Seit 1997 förderte eine Abwasserhebeanlage das Abwasser einer Bundeswehrkaserne zuverlässig in die Kanalisation. Nach 29 Jahren im Dauerbetrieb war der Austausch fällig. Die Bundeswehr zählt die Abwassertechnik ihrer Liegenschaften zur kritischen Infrastruktur. Entsprechend hoch waren die Anforderungen an Verfügbarkeit, Überwachung und Ausfallsicherheit der neuen Anlage. Die Lösung lieferte STRATE Technologie für Abwasser GmbH.

Warum Abwasser zur kritischen Infrastruktur gehört

Eine Abwasserhebeanlage kommt überall dort zum Einsatz, wo Abwasser nicht im freien Gefälle zum Kanal abfließen kann und aktiv nach oben gefördert werden muss. Fällt sie aus, staut sich das Abwasser zurück. In einer Kaserne mit Unterkünften, Sanitäranlagen und Küchenbetrieb bedeutet das sehr schnell eine Einschränkung des gesamten Betriebs. Genau deshalb wird die Abwassertechnik hier nicht als Nebensache behandelt, sondern wie Stromversorgung oder Trinkwasser als Infrastruktur, die unter allen Umständen funktionieren muss.

Das Sicherheitskonzept der neuen Anlage

Die neue Anlage unterscheidet sich von einer Standardlösung vor allem durch die Zahl und die Unabhängigkeit ihrer Messstellen. Jede Messung erfüllt eine eigene Aufgabe, und keine ist für sich allein betriebsentscheidend.

Drei unabhängige Niveaumessungen. Der Füllstand wird an drei Stellen getrennt erfasst: im Behälter der Hebeanlage, im Vorschacht und im Pufferschacht. Fällt eine Messung aus oder liefert unplausible Werte, bleibt der tatsächliche Zustand der Anlage über die beiden anderen bekannt. Die Steuerung kann weiterarbeiten, statt in einen Störzustand zu gehen.

Notstromeinspeisungen. Die Anlage ist so ausgelegt, dass sie bei einem Ausfall der regulären Stromversorgung über Notstrom weiterbetrieben werden kann. Für kritische Infrastruktur ist das eine Grundvoraussetzung, weil ein Stromausfall nicht gleichzeitig den Abwasserbetrieb stilllegen darf.

Durchflussmessung. Die geförderte Abwassermenge wird kontinuierlich erfasst. Das erlaubt eine Plausibilitätsprüfung im laufenden Betrieb: Weichen Füllstandsverlauf und Fördermenge voneinander ab, ist das ein frühes Signal für ein Problem, lange bevor es zu einem Ausfall kommt.

Überwachung auf Wassereinbruch. Ein Sensor erkennt, wenn Wasser in den Pumpenraum eindringt, und meldet das an die Steuerung. So lässt sich reagieren, bevor Technik und Elektrik Schaden nehmen.

Eine dritte Pumpe als Rückfallebene. Neben den Hauptpumpen ist eine dritte Pumpe direkt am Behälter angebaut. Kommt es zu einer Störung, fördert sie das Abwasser in den Pufferschacht. Der Betrieb der Kaserne läuft weiter, und der Betreiber gewinnt Zeit, um die Störung zu beheben, ohne dass sich Abwasser zurückstaut.

Zentrale Steuerung und Überwachung per SPS. Alle Messstellen und Pumpen laufen in einer speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS) zusammen. Sie steuert den Normalbetrieb, wertet die Messwerte aus und schaltet im Störfall automatisch auf die Rückfallebene um. Der Betreiber hat den Zustand der Anlage jederzeit im Blick.

Anlagenkonzept im Überblick

KomponenteFunktionNutzen für den Betreiber
Drei unabhängige Niveaumessungen (Behälter, Vorschacht, Pufferschacht)Erfassung des Füllstands an drei getrennten PunktenKein Blindflug bei Ausfall einer Messstelle
NotstromeinspeisungenWeiterbetrieb bei NetzausfallAbwasserförderung unabhängig von der regulären Stromversorgung
DurchflussmessungErfassung der FördermengeFrühzeitige Erkennung von Abweichungen im Betrieb
Überwachung auf WassereinbruchErkennung von Wasser im PumpenraumSchutz von Technik und Elektrik
Dritte Pumpe am BehälterFörderung in den Pufferschacht im StörfallBetrieb läuft weiter, Zeit für die Störungsbehebung
SPSSteuerung, Überwachung, automatische UmschaltungTransparenter Anlagenzustand, weniger manuelle Eingriffe

Austausch im laufenden Betrieb

Der Austausch einer Hebeanlage nach fast drei Jahrzehnten ist nicht nur eine Frage der neuen Technik. Die alte Anlage musste demontiert und aus dem Schacht gehoben werden, die neue Anlage mit Behälter, Pumpen und Verrohrung eingebracht und angeschlossen werden. Die Fotos zeigen den Zustand der alten Anlage, das Einbringen des neuen Behälters per Kettenzug und die neue Edelstahlverrohrung mit Absperrarmaturen und Durchflussmessung.

Betriebssicherheit entsteht im Zusammenspiel

Keine einzelne Komponente dieser Anlage ist für sich genommen ungewöhnlich. Entscheidend ist, wie Messung, Reserve und Steuerung ineinandergreifen: Mehrfache Messstellen liefern ein verlässliches Bild, die dritte Pumpe schafft eine Rückfallebene, die SPS verbindet beides zu einem System, das Störungen erkennt und abfängt. Für Betreiber kritischer Infrastruktur ist das der Unterschied zwischen einer Anlage, die funktioniert, und einer Anlage, die auch dann funktioniert, wenn etwas schiefgeht.

Abwasserhebeanlagen von STRATE

Von der kompakten Hebeanlage für einzelne Gebäude bis zur Pumpstation für kommunale Netze: STRATE entwickelt und fertigt Abwasserhebeanlagen in Deutschland und begleitet Betreiber von der Planung bis zur Inbetriebnahme. Weitere Informationen finden Sie im Produktbereich Abwasserhebeanlagen.

Sie planen den Austausch einer bestehenden Anlage oder eine Neuanlage mit erhöhten Anforderungen an Ausfallsicherheit? Sprechen Sie uns an. Unser Team berät Sie zu Auslegung, Redundanzkonzept und Steuerung.