Düker GmbH
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Moderne Bodenauslaufventile – maßgeschneidert durch Baukastensystem

Bodenauslaufventile oder auch Bodenablassventile stellen im Chemieanlagenbau die Verbindung zwischen Reaktions- und Lagerbehältern einerseits sowie den angeschlossenen Rohrleitungssystemen andererseits dar. In ihrer konstruktiven Auslegung sind sie damit an die Maße und Toleranzen der umgebenden Systeme gebunden. Die Grundfunktionen dieser Ventile sind die Abdichtung und die gezielte Entleerung der Behälter.

Wie alle Anlagenkomponenten müssen Bodenauslaufventile eine Reihe unterschiedlicher Anforderungen erfüllen, die sich aus den relevanten Regelwerken sowie kundenspezifischen Einsatzbedingungen ableiten:

  • Konstruktive Auslegung im Rahmen der geltenden nationalen und internationalen Regelwerke (Druckgeräterichtlinie DGRL 97/23/EG, TA-Luft, ATEX, SIL II, DIN 28140 und weitere spezifische Normen)
  • Vorgaben der Nennweiten, Haupt- und Anschlussmaße
  • Werkstoffauswahl
  • Funktionsmerkmale (Hub, Strömungsverhältnisse)
  • Mess-, Steuer- und Regeltechnik


Dazu kommen Düker-individuelle Eigenschaften, die über die genannten Grundeigenschaften hinaus entscheidende Vorteile beim Einsatz der Ventile bieten:

  • Vermeidung/Reduzierung von Toträumen
  • Reinigungsfreundlichkeit
  • Klare und übersichtliche konstruktive Gestaltung
  • Montage – und Wartungsfreundlichkeit
  • Funktionelle und mechanische Robustheit
  • Günstige Nutzen/Kosten-Relation
  • Austauschbarkeit mit vorhandenen Ventilen
  • Baukastenprinzip


Das klare und saubere äußere Erscheinungsbild der Düker- Ventilserie erfüllt die Forderung nach guter Reinigungsfähigkeit auch von außen, durch die das Bild prägende Edelstahlverkleidung sind die mechanischen und elektronischen Komponenten vor äußeren Einwirkungen, auch unter rauen Betriebsbedingungen, weitestgehend geschützt.


Totraumminimierung durch patentierte konstruktive Lösung

Die zweiteilige behaelterseitige Abdichtung mit Hilfe des sog. Dichthutes sorgt für eine quasi-spaltfreie Situation

Ein wesentlicher Ansatz zur Totraumminimierung liegt in der Gestaltung der Verbindung des Bodenauslaufventils mit dem Behälterstutzen. Düker setzt hier auf die sogenannte spaltfreie Abdichtung, die patentgeschützt ist. Sie wird durch die Positionierung eines O-Rings innerhalb eines PFA-Bauteiles mit hutähnlicher Geometrie realisiert. Die Montage des Ventils führt durch die konische Ausführung der Einzelkomponenten zur Verspannung und elastischen Verformung der Dichtungsanordnung. Dadurch wird die quasi-spaltfreie Abdichtung des Ventilkopfes mit dem Behälterstutzen sichergestellt. 


Ein weiteres, konstruktiv und fertigungstechnisch anspruchsvolles zentrales Merkmal ist die Gestaltung der Abdichtung der Ventilspindel. Düker-Ventile sind beispielsweise mit PTFE-Faltenbalgen ausgerüstet, die die jeweilige Ventilspindel komplett hermetisch gegen das Medium abschirmen. Die Faltenbalge selbst sind gegen Ventilteller und Ventilgehäuse gedichtet. Ihre Wellenanzahl ist durch entsprechende Optimierung der geometrischen Verhältnisse und der angepassten Bearbeitungsparameter auf sechs reduziert. Die Radien der einzelnen Wellen sind großzügig dimensioniert, so dass sie möglichen Ablagerungen keinen Angriffspunkt bieten und durch die hydraulischen Verhältnisse beim Ablassen des Mediums eine selbstreinigende Funktion aufweisen. 

Minimierung des Totraumes am Faltenbalgfuß durch Positionierung der O-Ringdichtung direkt unterhalb der ersten FalteEine Besonderheit der Dichtung des Faltenbalgfußes gegen das Ventilgehäuse ist die mechanisch bearbeitete Innen-Zylinderfläche des Gehäuses auch bei emaillierten Ventilen als Gegenpart der O-Ring-Nut im Faltenbalgfuß. Durch diese Bearbeitung der Zylinderfläche lassen sich die für eine sichere O-Ring-Dichtung erforderlichen Spaltmaße und Toleranzen darstellen. Damit wird es möglich, den Faltenbalgfuß direkt nahe der ersten Falte gegen das Gehäuse zu dichten, so dass auch hier der Forderung nach Minimierung der Toträume in hohem Maße entsprochen werden kann.

Die Reduzierung bzw. weitgehende Vermeidung von Toträumen nimmt einen besonderen Stellenwert ein und stellt eine konstruktive Herausforderung dar. In Toträumen jeder Anlage lagern sich üblicherweise Medium und dessen Bestandteile ab, die dann den Misch- und Transportvorgängen entzogen sind. Bei Reinigungs- und Spülprozessen sind sie nur schwer zugänglich und können in ungünstigen Fällen zur Querkontamination bei Produktwechseln führen.

Fire-safe-Ausführung


Hohe Sicherheitsreserven bietet die Fire-safe-Ausführung, geprüft und zertifiziert durch die BAM, Bundesanstalt für Materialforschung und -Prüfung in Berlin, nach der aktuellen EN-ISO 10497, die den überholten British-Standard BS 6755-2 von 1987 abgelöst hat. Das emaillierte Fire-safe-Ventil dichtet den Behälter bei einer Havarie auch unter hoher Temperaturbelastung im Brandfall über einen längeren Zeitraum ab.

Bei der Zertifizierung unter Norm-Prüfbedingungen wird der mit dem Ventil verbundene Behälter mit Wasser gefüllt. Ventil und Behälterflansch werden so mit offener Flamme befeuert, dass sich im Ventilgehäuse (Bohrungen mit Messfühlern) Temperaturen zwischen 750 und 1000 °C einstellen. Dieser Belastung muss das Ventil dreißig Minuten standhalten, eine Undichtigkeit ist nicht zulässig. Während der Zeit kann in der Realität dann das Umpumpen oder die Löschung des Brandes durchgeführt werden. Nach Testende muss das Ventil noch einen kompletten Funktionszyklus (Auf-/Zu-) durchfahren können. Damit ist eine gezielte Entleerung des Behälters möglich.


Kundenspezifikation und Baukastensystem


Aufbauend auf der bereits bestehenden Vielfalt unterschiedlicher Bauartvariationen ist es jederzeit möglich, kundenspezifische Sonderlösungen zu realisieren. In enger Zusammenarbeit mit den Kunden können so die Varianten modifiziert werden: Baugrößen, Haupt- und Anschlussmaße, Gehäusewerkstoff, Dichtungswerkstoffe, Antriebskomponenten, Schnittstellen zur Mess-, Steuer- und Regeltechnik, Außenbeschichtung. Dadurch wird es auch ermöglicht, vorhandene Ventile älterer Bauart in einer bestehenden Anlage 1:1 auszutauschen, ohne dass in die bestende Konfiguration der Anlage eingegriffen werden muss. In den vergangenen zwei Jahren konnte bereits einer Reihe von kundenseitigen Anforderungen dieser Art entsprochen werden.


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